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Inhalt: Die Sorge um die "alternde" deutsche Gesellschaft
ist heute allgegenwärtig und provoziert eine aufgeregte Debatte
darüber, wie die Geburtenrate, insbesondere bei der jüngeren
Akademikerinnen-Generation, erfolgreich gesteigert werden könnte.
In der Debatte wird einhellig unterstellt, dass staatliche Fördermaßnahmen,
(privat-)wirtschaftliche Unterstützungen und/oder Veränderungen
der gesellschaftlichen Kultur Frauen davon überzeugen können,
Kinder zu gebären. Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Disziplinen
befragen historisch und international vergleichend - Geschichte
und Daten, um den Grenzen bevölkerungspolitischer Steuerung auf
die Spur zu kommen.
In dem Band wird der Frage nachgegangen, ob die allgemein geteilten
Unterstellungen tatsächlich zutreffend sind. Lassen sich Frauen
von staatlichen, (privat-)wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren
zum Gebären "anleiten"? Kann die Geburtenrate durch
politische Strategien und Diskurse wirksam gesteigert werden? Ist
Bevölkerungspolitik, ob pro- oder antinatalistisch, ob in der
Geschichte oder der globalisierten Gegenwart, ob repressiv oder
unterstützend, eine Politik, die erfolgreich zu steuern vermag?
Übersetzen sich bevölkerungspolitische Regulierungsversuche,
gleich welcher Provenienz, in individuelle Lebensentscheidungen?
Folgen Frauen freiwillig den biopolitischen Vorgaben zwischen Geburtenförderung
und Geburtenverhinderung?
Um der Beantwortung dieser schwierigen Fragen näher zu kommen,
werden sehr unterschiedliche bevölkerungspolitische Regime
vergleichend betrachtet und diskutiert: der auf die so genannte
Dritte Welt bezogene "Überbevölkerungsdiskurs",
die pro- und antinatalistischen Politiken des Nationalsozialismus
sowie zeitgenössische Arrangements in ausgewählten Staaten
der Europäischen Union, insbesondere in Frankreich und in den
nordischen Ländern.
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